Sun and Bass – die Erinnerung bleibt
„I do drum’n’bass“ erfahre ich beispielsweise Mittwoch abend im Ambra Night von Fierce, der mich – nachdem ich Calibre die Ausgabe acht (mit Mist:ical) übergeben habe – sucht und möchte, dass sein neuer Release („the best ever!“) in der nächsten Ausgabe erscheint. Leider war der sehr witzige Zeitgenosse offensichtlich zu verplant – im resident-Headquarter ist jedenfalls nichts eingetrudelt. Schade eigentlich – sein Set war nämlich sehr imposant! Der Mensch versteht es, sich zu bewegen und überträgt dies auch auf die Crowd.
Um bei den Artists zu bleiben: MC Lowqui war eines Nachts zu besoffen, um sich auf den Beinen zu halten. Während des MC’n fiel er einfach um und sang – bildlich wie ein Käfer am Rücken – weiter. Mittwochs dann in der wunderschönen Location Bal Harbour sprang selbiger außerdem – mit A Sides – unter großen Trara, Applaus und voller Montur in den Pool rund um die DJ-Plattform.
Doch vor allem der letzte Abend hat mich fasziniert. Unter offensichtlicher Verdrängung der Tatsachen machten etwa tausend Leute (gefühlte 10.000) Party, als ob es kein morgen gäbe. Doch der Morgen kam – etwa um fünf Uhr wurde der Mainfloor unter großem Protest geräumt, die Musik war aus.
Die Barleute waren schon vorher wegen ihrer herben Mischungen sehr beliebt, in bleibende Erinnerung drängten sie sich aber durch ihre Performance in der letzten Nacht. Kaum war die Musik verstummt grölten sie einen Chart-Hit, in den alle dankbar einstimmten. Die kochende Stimmung erinnerte irgendwie ans Oktoberfest.
Mein mich ständig begleitender Freund Tinnitus schlußendlich hielt mich nicht davon ab, die letzten Gespräche mitzuverfolgen. Abseits der grölenden Bar und den lallenden Alkleichen schnappte ich ein „it’s never over – NEVER!!“ auf, wobei ich hoffe, dass der Urheber nicht noch immer zwischen den Floors hockt und wartet, dass es nächstes Jahr weitergeht.
Die Securitys hatten es übrigens schwerer denn je, die Masse von motivierten Junglists aus der Location zu schieben. Nach einer Stunde Beobachten wollte ich es ihnen und mir letztendlich leicht machen und ging freiwillig, nicht ohne nach bekannten Gesichtern Ausschau zu halten. Plötzlich war eins da: „Schön dich noch zu sehen! Kennst mich überhaupt noch?“ – „Klar doch!! Komm gut heim!“ sagte ich und meinte: „ääähm, i know your face, but – WHO THE FUCK?!“
Whoever und whatever – geil wars. Vielleicht weiß ich ja nächstes Jahr, wer mich vom Sun and Bass 2007 verabschiedet hat.

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