resident drum'n'bass magazin

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[10.05.2008] - mi - 1 Kommentar(e)

Sahnestückchen für Sample-Gourmets

Der VST-Synth spuckt wieder nur magere Bässe aus und die Beats klingen nach einer Mischung aus Bulimie und Abführmittel? Dann wird’s höchste Zeit, den Sampler anzuwerfen und mit krachigem Material zu füttern. Damit ihr nicht die Odyssee durchs Internet antreten müsst, hat resident für euch ein paar echte Trüffel im Netz aufgestöbert.

Die Sahnestückchen sind – ganz ehrlich! – sehr rar gesät. Sample-Quellen, die sich beispielsweise auf Beats spezialisiert haben, gibt’s zwar eine Menge im Netz – aber mit stark differierender Qualität. Deswegen haben wir unsere Spürnasen zuerst auf Snares, Bassdrums & Co. angesetzt.

Loops für die Massen

Da nicht jeder so filigran mit Hall, Anschlagszeiten und Groove im Mausklickfinger umzugehen weiß, eignen sich altbewährte Loops (vom Amen- bis zum Worm-Beat) bestens für das richtige Rhythmusgerüst im Track. Bevorzugte Ressourcen diesbezüglich: Dogsonacid und Phat Drum Loops. Bei Ersterer finden sich hier) bereits für Drum’n‘Bass aufgebohrte Beats, bei Phat Drum Loops gibt’s auch gleich Nachhilfe in Sachen Loop-Geschichte. Richtig gutes Material liefern die User teilweise auch bei Looperman, auch wenn das Angebot für Drum’n‘Bass hier ein wenig schmal ist. Und auch hier liegen noch ein paar klassische Loops, die oben genannte Kollegen teils nicht im Repertoire haben.
Wer dagegen lieber auf Singleshots zurückgreift, findet bei Ohneshotsamples ein umfangreiches Archiv – dort gibt’s auch einige Instrumente zum Download, der Fokus liegt aber auf Drumsamples. Wer Elektronisches bevorzugt, und dem Klang alter Grooveboxen verfallen ist, sollte einen Blick auf Sonichound oder hier rein werfen.

Synth-Klassiker und FX-Maschinen

Bei letzterer Quelle gibt’s auch eine Menge an Synth-Samples für flauschige Flächen, verquirrlte Glitches oder wuchtige Bässe – etwa vom guten alten Mini-Moog oder dem altehrwürdigen Roland Juno. Alternative, mit deren Material sich beim Schichten dicke Reeces zimmern lassen oder Darkbeats, wo alte Alesis- oder EMU-Maschinen angezapft wurden. Für Leute, die auf ungewöhnliche Sounds stehen und lieber Raiden als Marcus Intalex zuhören, ist ein Besuch auf Freaknoise essentiell. Zwar ist die Seite offiziell down, die mehr als freakigen Samples stehen aber weiterhin zum Download bereit. Ein echter Tipp noch für alle, die auf Cellos & Co. à la Source Direct stehen, liegt hier. Dort gibt’s Oneshots aller möglichen klassischen Instrumente – allerdings leider nur im MP3-Format.

Was hat er gesagt?

Für Filmatmosphäre im Track (und wav-Format!) sorgt dagegen Dailywav. Dort stellt ein gewisse Hunter Elliott jeden Tag Schnipsel aus Movies online – und das seit mehr als neun Jahren beziehungsweise 3.300 Tagen. Weniger idealistisch, dafür aber genauso gut gehen die Macher von Moviesoundcentral vor: Samples von Apocalypse Now bis X-Men gibt’s hier zu holen, leider sind einige davon bereits offline – Durchklicken lohnt sich trotzdem.

Archive zur Gesundheitsvorsorge

Wer sich jetzt die Mühe gemacht und alle Quellen angesurft hat, spürt sicher schon leichte Übermüdung und eine dezente Sehnenscheidenentzündung im Arm. Für diese Klientel haben wir folgende (konditionsschonende) Ressourcen mit Samples aus allen Bereichen (also von Drums über Bässe bis FX) am Start – meist sogar noch User-freundlich in Archiven komprimiert.
Für Drum’n‘Bass-Produzenten ist hier das Reservoir von Psitech erste Wahl: Wenn etwa Nosferatu-Sounds, Pads oder Jazz-Sounds ihren Einsatz im Track finden sollen, ist das genau die richtige Quelle – circa 18 Gigabyte an erstklassigem Sound-Material dürften für reichlich Endorphinschübe eures Samplers sorgen. Zweite Anlaufstelle, wo die Sound-Dateien manchen Aha!-Effekt verursachen dürften. Ed Rush & Opticals „Compound“-Beat findet man dort etwa, dazu viele Bass-Klassiker, die sich vortrefflich neu verwursten lassen. Nachteil aber auch hier: die reduzierte MP3-Qualität. Deswegen sollte man vor allem die Beats mit Vorsicht genießen. Abseits der typischen Jungle-Sounds eignet sich auch Puresonicbliss zum Stöbern. Dort gibt’s keine Direkt-Downloads, sondern interessante Links, etwa zum Archiv der British Library oder Spoken Language Systems Group der renommierten Technischen Hochschule MIT in Cambridge (USA).

Von Vogelzwitschern bis Meeresrauschen

Zum Schluss noch ein paar Empfehlungen, speziell für Field-Recordings, also Geräuschkulissen von Flughafen bis Vogelgehege: Soundsnap (mit grausamer Web-2.0-Optik und auch einer Vielzahl an natürlichen Instrumenten), Findsounds und meine persönliche Nummer-1-Ressource: Freesound. Auf allen drei Seiten kann man auf eine komfortable Suchfunktion zurückgreifen und findet in den meisten Fällen genau das, was man gerade nicht auf der Festplatte hat: Hundebellen, Sounds aus indischen Cafés oder singende japanische Kinder etwa.

Selbst ist der Mann

Bei all diesen Quellen gilt: Nicht blind runterladen, einsetzen und „Fertig!“ – denn die beste Quelle für punktgenaue Soundatmos sitzt immer noch zwischen euren Ohren. Also entweder a.) mit Soundtracks oder ungewöhnlichen Platten eindecken und das Zeug selbst von der Rille in den Rechner schleusen oder b.) mit Richtmikrofon nach draußen ziehen, Ohren aufsperren und eigene Klangcollagen aufnehmen. So bleibt euer Sound eigenständig, frisch und innovativ – und frei juristischer Konsequenzen.
Für alles andere gibt’s dann diesen Sample-Wegweiser.

words by Michael Marth


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Kommentare:

  • Michael Marth quote
    Aug 21, 16:03

    Ich sollte noch das hier nachreichen: http://www.darkbeats.com/sampleswap/

 
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