Caspa – Workaholic, Filmnerd und zu Cockney für ACDC
Nachdem 2003 das Label „Fragile Beatz“ eingestellt wurde, hatte Caspa viele unveröffentlichte Schätze und wusste nicht, auf welchem Label er sie herausbringen sollte. So entstanden seine heutigen Labels „Storming Productions“, „Dubpolice“ und „Subsoldiers“. Während sich Storming Productions dem härteren, Breaks-orientierten Dubstep widmet, kümmert sich Caspa auf Dubpolice um junge, aufstrebende Dubstep-Produzenten. Subsoldiers ist das Label für seine eigenen Produktionen und die von seinem Kollegen Rusko.
Caspa hat eine Vorliebe für die britische Kultur: Er verwendet oft das Wort Cockney in seinen Tracktiteln und schaut mit Begeisterung britische Filme, aus denen er sich des Öfteren an Samples bedient. Sein Name Caspa entspringt – anders als erwartet – nicht einem Zeichentrickfilm über einen Geist, sondern ist eine Anlehnung an den Hauptcharakter einer seiner Lieblingsfilme: Kids.
Für seine stark wobble-orientierten Produktionen benutzt er immer noch „Reason“ – was bei vielen seiner Kollegen schon ausgedient hat – denn seiner Meinung nach kommt es nicht darauf an was man benutzt, sondern wie man es benutzt.
Die musikalische Vielfalt bei seinen Labels spiegelt sich auch in seinen Tracks wieder. So entstehen ruhige, atmosphärische Songs wie der „Moments in Love“-Remix oder harte, peitschende Songs wie „Big Headed Slags“. Bei Caspa-Tunes lohnt sich das genauere Hinhören, denn sie sind nie nach einem bestimmten Schema aufgebaut und manches „Gimmick“ erschließt sich erst nach mehrmaligem Hören.
Hörprobe
Futurebreaks.fm Mix 23.6.2007
Interview
R: Kommen wir als erstes auf deine drei Labels zu sprechen. Was sind deine Aufgaben?
Caspa: Ich bin sozusagen der Alleskönner bei meinen Labels. Ich höre mir Demos an, entscheide welche Artists gesignt werden und übernehme die Werbung und den Verkauf.
R: Übernimmst du, als Labelboss, auch das finale Mastering oder hilfst dem Produzenten bei den Tracks?
Caspa: Ich übernehme für niemanden das Engineering, aber ich helfe und sage den Artists, was sie noch verbessern könnten.
R: Viele deiner Tunes werden nach dem zweiten Break merklich härter und aggressiver. Ist das so beabsichtigt?
Caspa: Da hast du aber gut hingehört. Nein, ich beabsichtige das nicht. Ich produziere einfach das was mir gefällt, wenn es den Leuten auch gefällt und sie dazu tanzen – umso besser. Meine Titel haben meistens einen heftigeren zweiten Drop, damit der DJ das Lied länger spielt und die Leute auf der Tanzfläche überrascht werden.
R: Viele Leute bezeichnen Dubstep als chillig oder zu langsam. Was sagst du dazu?
Caspa: Das sagen Leute, die es noch nicht auf einem 15k-Soundsystem mit ordentlichem Subbass erlebt haben. Nein, jetzt mal im Ernst: Dubstep ist das, wozu du es machen willst. Ich denke viele Leute haben sich das Burial-Album gekauft, um dabei zu Hause zu chillen. Aber andererseits denke ich, dass sich nicht viele Leute Big Headed Slags zum Chillen gekauft haben. Ich glaube das ist der Grund, warum Dubstep zur Zeit so groß ist: es ist so verschieden, deshalb gefällt es vielen Leuten mit verschiedenen musikalischen Backgrounds.
R: Denkst du auch die Medien haben ihren Anteil an dieser Sichtweise?
Caspa: Was ist eigentlich Dubstep? Auch nur ein Begriff, den die Medien gehypt haben. Es ist Musik, die dasselbe Tempo hat und ursprünglich aus London kommt. Das ist alles.
R: Wo siehst du deine musikalischen Wurzeln oder Einflüsse?
Caspa: Meine Familie, meine Freunde, London und die britische Kultur im Allgemeinen haben einen großen Einfluss auf meine Musik. Ich habe mal die Flöte bei ACDC gespielt, aber die haben mich gefeuert. War ihnen wohl zu viel Rock’n‘Roll. Idioten! (lacht)
R: Es gibt nur sehr wenige Live-Mixes von dir. Produzierst du lieber, als live zu spielen?
Caspa: Nein, mir gefällt beides. Ich plane nur gerade eine Mix-CD und halte die Mixes deshalb etwas zurück. Ich würde gerne mal nach Deutschland oder Österreich kommen, da ich gehört habe, dass die Dubkultur inklusive Soundsystems bei euch sehr ausgeprägt ist.
R: Wie siehts mit deinen nächsten Releases und bei deinen Labels in naher Zukunft aus?
Caspa: Von mir erscheint bald der Track „Louder“ mit „Noise disorganiser“ auf „Pitch Black“. Das nächste Release auf Subsoldiers wird eine EP von Rusko: „Babylon Vol. I.“ Es werden die Tracks „Cockney Thug“, „Love is Real”, „Jahhova” und „Lions paw”.
R: Noch letzte Worte an die Leute da draußen?
Caspa: Big shouts an Spell and the Speaks und meine Jungs von Storming, Dubpolice und Sub Soldiers. Out to pat Butcher!
Gewinnspiel!
Der gute Junge hat zusammen mit Rusko auch die aktuelle Fabric Live 37 gemixt. Hier geht es zur Verlosung.
Weblinks:
http://www.stormingproductions.com/
http://myspace.com/dubpolice
http://www.myspace.com/caspadubstep
dieser Artikel erschien in Ausgabe 9. Dem Magazin beiliegend ist eine von The Panacea gemixte CD – Jetzt bestellen.
Interview by Andreas Klinger, words by David Haubek
fotos: artists own



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